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DESSA: Schimmer, Aus der Reihe "Stones of Pride" (Stolzesteine)

14.10. - 14.11.2018
DESSA  Kunst und Erinnern
Ausstellung anlässlich des Gedenkens an die antisemitischen Pogrome im November 1938

Vernissage am Sonntag, 14. Oktober 2018, 18 Uhr

Grußworte:
Schirmherrin Petra Pau
, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Rascha Osman, Leiterin der Kulturabteilung der Schweizer Botschaft

Laudatio: Dr. Petra Lange, Kunstwissenschaftlerin, Berlin
Musik: Lala Isakova, Pianistin

Die Ausstellung präsentiert Bilder, Collagen, Film und Installation aus vier Werkgruppen der Schweizer Künstlerin DESSA. Freie Malerei zu Musik des im KZ Theresienstadt inhaftierten und 1944 in Auschwitz ermordeten Komponisten Victor Ullmann, Collagen, Bilder und Installationen zu der Berliner jüdischen Kaufhausfamilie Israel und zur Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Alice Salomon sowie die "Stones of Pride" - eine Auseinander-setzung mit Erinnerungskultur und Kunst. In Kurzfilmen und einem fiktiven Gespräch zwischen DESSA und Alice Salomon erhalten die Besucher tiefere Einblicke in den Schaffensprozess und die zugrunde liegende Motivation der Künstlerin.

Die nächste Veranstaltung in der Ausstellung

DESSA: An intensive life.

Sonntag, 11.11.2018, 11 Uhr

Matinee "Alice Salomon - Die Kunst zu leben"
Vortrag von Dr. Adriane Feustel, Historikerin
am Flügel Uwe Streibel

Alice Salomon fand im sozialen Engagement ihre Lebensaufgabe und setzte der Sozialen Arbeit emanzipatorische, gesellschaftspolitische Ziele und professionelle Maßstäbe. Diese wurden von den Nationalsozialisten zerstört und in ihr Gegenteil verkehrt, sie selbst wurde ins Exil vertrieben und all ihrer Rechte beraubt.

DESSAs letzte Ausstellung „Die Kunst des Gedenkens: Alice Salomon 1872-1948“ ist derzeit bis zum 10.02.2019 im FrauenMuseum Wiesbaden zu sehen. Ein Film über diese Ausstellung sowie ausgewählte Objekte des gesamten Werkes werden in der aktuellen Ausstellung „Kunst und Erinnern“ in der Pyramide gezeigt.

Adriane Feustel portraitiert in ihrem Vortrag Alice Salomon im Kontext der sozialen Auseinandersetzungen des wilhelminischen Deutschland als eine der herausragenden deutschen Sozialreformerinnen und Feministinnen des 20. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund der Vertreibung durch die Nationalsozialisten und ihrer Verdrängung aus dem öffentlichen Bewusstsein wird Alice Salomon als Vordenkerin einer sozialen Gesellschaft gewürdigt.

Der Pianist Uwe Streibel umrahmt das Programm mit Musik von Bartok und Mendelsohn-Bartholdy

 

EINTRITT FREI

 

Während der gesamten Ausstellungszeit - Angebot für Schulklassen (Sekundarstufe II):
Workshop „Alice Salomon und Wilfrid Israel“
mit Möglichkeit zur Kurz-Exkursion mit Martin Forberg, Historiker, Stadtführer - nach Absprache -

A. Lanzke, DESSA, I. Morgenstern Foto: Robert Lanzke
Foto: Robert Lanzke

Von schwarzen Löchern und blinden Flecken:
Erinnerung als Kunst

Ein Gespräch zwischen der Künstlerin DESSA und der Biografiepädagogin Isabel Ursula Morgenstern moderiert von Alice Lanzke am 21.10.2018

In ihren Collagen und Bildern lässt die Schweizer Künstlerin DESSA (Deborah Sharon Abeles) deutsch-jüdische Geschichte lebendig werden. Einzelne Biografien werden zu vielschichtigen Symbolen der Geschichte und Brückenbauern für die Gegenwart. Dabei vertieft sich DESSA intensiv in die jeweiligen Lebensgeschichten, bis die einzelnen Mosaiksteine ihrer Recherche ein kreatives Ganzes ergeben. Ihre neueste Arbeit ist eine visuelle Biografie der Sozialreformerin, Pädagogin und Feministin Alice Salomon – ein bildgewaltiges Werk, das Salomon dem Vergessen entreißt und in einen aktuellen Kontext setzt

Um Lebensgeschichten geht es auch der Biografiepädagogin und Autorin Isabel Ursula Morgenstern. Vor zehn Jahren gründete sie den Verein Memory Biografie- und Schreibwerkstatt e.V., der Projekte zur Biografiearbeit durchführt. „Mit Hilfe von Biografiearbeit wird das eigene Leben in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft reflektiert“ so Morgenstern. „Eine wichtige Rolle spielt dabei die Betrachtung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen das eigene Leben stattfindet bzw. stattfand. So ergibt sich die Möglichkeit zu erkennen, wie uns diese Rahmenbedingungen geprägt haben.“

Sowohl für DESSA als auch für Isabel Morgenstern sind also Erinnerungen zentral. Während DESSA durch ihre Arbeit ein „schwarzes Loch in ihrer Familiengeschichte füllt“, wie sie selbst sagt, war die Beschäftigung mit ihrer Biografie für Isabel Morgenstern die Gelegenheit, mit den „blinden Flecken“ im Kontext mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ihrer Familie umzugehen. Doch was sind Erinnerungen und Gemeinsamkeiten in ihren jeweiligen Ansätzen? Was macht die Arbeit mit Erinnerungen mit ihnen persönlich? Und welche Bedeutung haben Erinnerungen auf kollektiver, gesellschaftlicher und künstlerischer Ebene? Ein Gespräch zwischen Künstlerin und Biografiepädagogin, moderiert von der freien Journalistin Alice Lanzke (Neue deutsche Medienmacher e.V.).

 

Herzliche Einladung

Sonntag
4.11.2018, 16 Uhr
Juna Grossmann: „Schonzeit vorbei“
Über das Leben mit dem alltäglichen Antisemitismus
Buchvorstellung und Diskussion mit der Autorin

Juna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter werden, bedrohlicher. In ihrem Buch schildert die jüdische Deutsche das Leben unter diesem permanenten antisemitischen Beschuss, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass.

Weil sie sich damit nicht abfinden will, geht sie in die Öffentlichkeit, schreibt sie dieses Buch und appelliert an die Mitbürger: „Steht zu uns, helft uns, greift ein! Denn auch für euch ist die Schonzeit vorbei."

EINTRITT FREI

 

 

Gefördert von der Friede-Springer-Stiftung, der Schweizer Botschaft, der Partei Die Linken und aus Mitteln des Bezirkskulturfonds Marzahn-Hellersdorf


AUSSTELLUNGSZENTRUM PYRAMIDE  Riesaer Str. 94, 12627 Berlin

Öffnungszeiten:  Montag – Freitag 10 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung

EINTRITT FREI

Tel.: 030 / 90293 – 4132    Fax.: 030 / 90293 – 4115

Ansprechpartnerin: Carolina Winkler     e-mail: carolina.winklerdon't want spam(at)ba-mh.berlin.de