AKTUELLE AUSSTELLUNGEN


HAUS 1 - Alt-Marzahn 51

©Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf/sujet design


Stein auf Stein

Backsteinbauten in Marzahn-Hellersdorf


Sonderausstellung:
8. September 2018 bis 24. Mai 2019

Öffnungszeiten:    Mo - Fr 11 - 17 Uhr
Wochenfeiertage geschlossen

Backstein zählt zu den ältesten Baustoffen der Menschheit. In Europa hatte die Backsteinbauweise vom Mittelalter bis in die Renaissance in den Städten Hochkonjunktur. Berlin verdankt die Wiederentdeckung des Backsteins als Baumaterial Mitte des 19. Jahrhunderts dem genialen Architekten Friedrich Schinkel. Seine Bauten und die seiner Nachfolger prägen die Hauptstadt bis heute. Auch im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf finden sich sehr unterschiedliche ziegelsichtige Bauten, entstanden von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Das Spektrum reicht von Privathäusern über öffentliche Gebäude wie Schulen, Bahnhöfe und Krankenhäuser bis hin zu Gewerbebauten.
Sie knüpfen teils an die Schinkelschule an, so die 1871 eingeweihte Dorfkirche auf dem Marzahner Anger, die auf einem Entwurf von Friedrich August Stüler basiert und das Ensemble der 1893 eröffneten Anstalt Wuhlgarten in Biesdorf, dessen Bauprogramm Hermann Blankenstein ausarbeitete. Das vermutlich älteste Backsteingebäude im Bezirk ist das ehemalige Biesdorfer Pfarrhaus.
Ab etwa 1870 entstanden in den Dörfern zudem ziegelsichtige Ställe und Scheunen. Vor allem in den Dorfkernen von Kaulsdorf und Marzahn haben sich solche Gebäude bis heute erhalten. Besonders aufwändig gestaltet ist der frühere Kuhstall des Gutes Biesdorf.
Im 20. Jahrhundert wurde die Tradition fortgesetzt mit Bauten, die in modernen Baustilen wie der Neuen Sachlichkeit ausgeführt sind. Beispiele hierfür sind das Empfangsgebäude des S-Bahnhofes Mahlsdorf, das nach Plänen von Richard Brademann 1929/30 entstand, und die St. Martinskirche von Josef Bachem in Kaulsdorf, die 1930 geweiht wurde. Seit den 1980er-Jahren erfährt der Backsteinbau eine erneute Renaissance. Bei der Rekonstruktion des Dorfes Marzahn in den 1980er-Jahren wurden, anknüpfend an die traditionelle ländliche Bauweise des 19. Jahrhunderts, die Neubauten ziegelsichtig ausgeführt. Das Äußere
der 1983 geweihten katholischen Kirche „Maria Königin des Friedens“ in Biesdorf ist mit rotbunten Klinkern gestaltet. Seit den 1990er-Jahren entstanden Neubauten, die in ihrer Fassadengestaltung Tradition und Moderne miteinander verbinden, darunter das Unfallkrankenhaus Berlin.

In der Ausstellung werden die Gebäude in ihrer Bau- und Nutzungsgeschichte dargestellt. Zudem wird die Ziegelherstellung von Hand und industriell anhand von Objekte erläutert.


 

HAUS 2 - Alt-Marzahn 55

Marzahn-Hellersdorf. Bezirksgeschichte(n)
Von den Anfängen bis zu den Großsiedlungen

Dauerausstellung des Bezirksmuseums
Marzahn-Hellersdorf

Öffnungszeiten:  Mo - Fr  11 - 17 Uhr
Wochenfeiertage geschlossen

Die Besucher erwartet ein spannender Gang durch rund 11.000 Jahre Geschichte. Die Ausstellung beginnt mit der Ur- und Frühgeschichte, die den weitaus längsten Zeitraum umfasst. Einen Schwerpunkt bildet die Geschichte der Dörfer Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn von ihrer Gründung im 13. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Blieb das dörfliche Leben vor den Toren Berlins bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen unverändert, so vollzogen sich nach 1870 tiefgreifenden Veränderungen. Die Verbindungen zur Hauptstadt Berlin nahmen stark zu, 1920 wurden die bis dahin kommunal selbstständigen Orte eingemeindet. Große Siedlungsgebiete entstanden, die Einwohnerzahl vervielfachte sich. Erste kleine Industriebetriebe siedelten sich an. Jahrzehntelang formten Rieselfelder die Landschaft um Marzahn und Hellersdorf. Auch politisch und kulturell waren die 100 Jahre - vom Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis zur DDR - eine Zeit vielfachen Wandels.

In den zurückliegenden 40 Jahren veränderte sich die Region Marzahn-Hellersdorf mehr als je zuvor. 1975 begannen an der Marchwitzastraße im ersten Marzahner Wohngebiet die Tiefbauer die ersten Gruben auszuschachten. Nur gut zwei Jahre später zogen die ersten Mieter der Großsiedlung ein. Durch die Errichtung von mehr als 100.000 Wohnungen bis Anfang der 1990er Jahre nahmen Marzahn und Hellersdorf die Dimensionen von Großstädten an. Nach 1989/90 wandelten sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse gravierend. Die Großsiedlungen wurden saniert, neue Häuser entstanden vor allem in den historischen Dörfern und Siedlungen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Die Ausstellung präsentiert in allen Themenbereichen zahlreiche originale Objekte, darunter das Lackprofil eines 2005 in Biesdorf-Süd entdeckten Korbgeflechtbrunnens aus der älteren Vorrömischen Eisenzeit (400 – 200 v. Chr.) sowie mehrere Architekturmodelle aus der jüngsten Vergangenheit.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Recherchebereich, in dem zusätzliche Informationen zu den archäologischen Fundstellen sowie zu den einzelnen Siedlungs- und Wohngebieten im Bezirk, Film- und Tondokumente zu finden sind. Für besonders wissbegierige Besucher stehen weiterführende schriftliche Materialien zur Verfügung.


HAUS 2 - Alt-Marzahn 55

Hanshermann Schlicker
Zeichnungen und Aquarelle

Sonderausstellung vom 11. Juni bis 16. November 2018

Öffnungszeiten:  Mo - Fr  11 - 17 Uhr
Wochenfeiertage geschlossen


Hanshermann Schlicker, der im Jahr 2018 seinen 90. Geburtstag feiert, arbeitete als freischaffender Maler, Grafiker, Illustrator und Pressezeichner in Berlin und wohnte von 1951 bis 1992 in Berlin-Biesdorf. 
Zu seinen Arbeiten gehören unzählige Illustrationen für Tages- und Wochenzeitungen, u.a. für „Der Morgen“, „Morgenpost“ und “Berliner Zeitung“ ebenso wie Ansichten des Marzahner Baugeschehens und Kleingrafiken als Standesamts-Präsent für frisch verheiratete Paare in Marzahn. Des Weiteren illustrierte Schlicker Bücher und Theaterprogramme und zeichnete Szenenbilder und Porträts an Berliner Theatern, z.B. an der Volksbühne, dem Deutschen Theater und dem Berliner Ensemble.
Die in der Ausstellung gezeigten Werke mit Marzahner Motiven entstanden in den 1980er Jahren und gehören zum Bestand des Bezirksmuseums. Leihgaben des Künstlers aus verschiedenen Jahrzehnten geben einen kleinen Einblick in sein reichhaltiges Schaffen.


Open-Air-Ausstellung Kaulsdorf-Süd 

 

Lager Kaulsdorfer Strasse 90

Im Rahmen des Berliner Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ wurde die Open-Air-Ausstellung durch die Enthüllung der Stelen am 30. April 2013 eröffnet.

Ort: Wuhlewanderweg, Höhe Bismarcksfelder Straße unmittelbar an der Wuhle


In der NS-Zeit bestanden im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf mindestens 30 Zwangsarbeiterlager. Das Größte befand sich in Kaulsdorf-Süd, an der Kaulsdorfer Straße 90. Das Gelände, ursprünglich jüdischer Besitz, wurde zwangsenteignet. Die ehemaligen Gebäude des Lagers wurden als Unterkünfte für deutsche Arbeiter, die an Projekten der Deutschen Reichsbahn eingesetzt werden sollten gebaut. Zunächst wurde das Lager als Durchgangslager für Wolhyniendeutsche genutzt. 1940 entstand ein Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten. Am 30. April 1942 wurde das Lager mit „Ostarbeitern“ belegt, die für die Deutsche Reichsbahn arbeiten mussten. Bis zu 1400 Russen und Ukrainer, darunter viele Frauen und auch Kinder waren hier unter schlimmsten Bedingungen untergebracht. 
Auf acht Ausstellungstafeln erinnert die Open-Air-Ausstellung an die Historie des Ortes, an die Opfer des Lagers und deren Schicksal.
Mit der Open-Air-Ausstellung ist ein weiterer Gedenkort entstanden, der die schmerzvolle Erinnerung an die Vergangenheit wach hält und die Landkarte der öffentlich sichtbaren Denkzeichen im Bezirk ergänzt.